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Das Jura-Museum Eichstätt ist bis zum 31.3. vorläufig geschlossen. Der Wissenschaftsbetrieb läuft weiter, die Ausstellung kann aber nicht besucht werden. Bis zu einer Wiedereröffnung der Ausstellung finden Veranstaltungen oder Vorträge außerhalb des Museums, vorzugsweise der Burgschänke, statt. Bitte beachten Sie die Angaben zum Veranstaltungsort.

 

Montag, 25. Februar 2019, 19.00 Uhr, Gasthof Trompete (Eichstätt, Ostenstraße 3)

Mitgliederversammlung des Fördervereins Freunde des Jura-Museum Eichstätt e.V

 

Mittwoch, 3. April 2019, 19.30 Uhr, Vortragsraum Burgschänke

Die berühmte Fossilien-Sammlung Oberndorfer – zur Geschichte der Paläontologie in Bayern vor 150 Jahren.
Vortrag von Dr. Markus Moser, Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, München

Der Landgerichtsarzt Dr. Joseph Oberndorfer (1802-1873) aus Kelheim legte um die Mitte des vorletzten Jahrhunderts eine höchst bedeutende Fossiliensammlung an. Seine Versteinerungen kamen vorwiegend aus den Oberjura-Plattenkalken und Riffschuttkalken sowie aus den kreidezeitlichen Grünsandsteinen der Gegend von Kelheim. Fachleuten wie Laien zeigte er seine teils höchst spektakulären Fossilfunde sehr gerne und stellte sie zur wissenschaftlichen Bearbeitung generös zur Verfügung. Durch Tausch, Schenkung und Verkauf gelangte der größte Teil seiner Sammlung schließlich in die großen öffentlichen Sammlungen in London, Haarlem und vor allem München. Bis vor kurzem war allerdings bei manchen dieser Stücke unklar, von welchen Fundstellen sie tatsächlich stammten. Der Referent konnte durch detaillierte historische Forschungen viele dieser Fragestellungen klären, darunter auch den wirklichen Fundort des berühmten Dinosauriers Compsognathus. Zahlreiche Fossilien der Münchner Staatssammlung konnten als Oberndorfer’sche Funde wiederentdeckt werden, darunter viele Typen und Abbildungsoriginale.

 

Sonntag, 14. April 2019, 7:30 - Uhr bis 20:30 Uhr

Eintages-Bus-Exkursion: Stuttgart - Bernsteinwald und Frühlingsblüte in der Wilhelma

Abfahrt 7.30 Uhr Freiwasserparkplatz Eichstätt, Rückkehr gegen 20.30 Uhr
Busfahrt nach Stuttgart zum Naturkundemuseum am Löwentor (Urzeitfunde): Führung durch die Große Landesausstellung „Leben im Bernsteinwald“. Anschließend wird Dr. Günter Schweigert uns einen Blick in die Magazinsammlungen des Naturkundemuseums ermöglichen.
Am Nachmittag besteht die Möglichkeit, das nahegelegene Schloss Rosenstein (siehe Infos unten) oder die Wilhelma zu besuchen (Eintritt nicht im Exkursionspreis inkludiert; ggf. verbilligtes Gruppenticket).

Infos: Die Bernsteinsammlung des Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart zählt zu den zehn bedeutendsten Sammlungen in der Welt und die Große Landesausstellung „Leben im Bernsteinwald“ präsentiert die wissenschaftlich bedeutendsten und schönsten Exponate in einer faszinierenden Präsentation.
Das Staatliche Museum für Naturkunde Stuttgart hat zwei Ausstellungsgebäude, die beide, durch einen Fußweg von etwa 15 Minuten getrennt, im Rosensteinpark liegen: Im Museum am Löwentor sehen Sie Funde aus der Urzeit, von den ältesten Dinosauriern bis zum Eiszeitalter. Schloss Rosenstein beherbergt die biologische Ausstellung und gibt einen Überblick über die heutige Tierwelt und die großen Ökosysteme der Erde.
Die Wilhelma ist ein zoologisch-botanischer Garten. Sie zählt mit jährlich über einer Million Besuchern zu den meistbesuchten zoologischen Gärten in Deutschland. Mit an die 11.000 Tieren in etwa 1.200 Arten ist die Wilhelma einer der artenreichsten Zoos nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Dazu kommen rund 7.500 Pflanzenarten und –sorten im historischen Park und in den Gewächshäusern der Wilhelma.

!!! Anmeldung erforderlich bis spätestens 15. März 2019 unter
Tel.:  08421-602980
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Kosten je nach Teilnehmerzahl voraussichtlich 40.- bis 45.- € (Busfahrt mit Museumseintritt und Führungen, aber ohne Eintritt Wilhelma).

 

Dienstag, 21. Mai 2019, 19.30 Uhr, Ort wird noch bekannt gegeben

Die Kleidervögel Hawai'is – eine ökologische Tragödie
Vortrag von Prof. Dr. Norbert Lenz, Naturkundemuseum Karlsruhe

Hawai'is Kleidervögel sind ein Triumph der Evolution, aber auch eine ökologische Tragödie! Sie sind ein Paradebeispiel für die sogenannte „adaptive Radiation“, ein Evolutionsprozess, bei dem aus einer wenig spezialisierten Art, die ein artenarmes Gebiet wie den Hawai'i-Archipel erreichte, eine Vielzahl neuer, stärker spezialisierter Arten entstand. Dies eint sie mit den Darwin- oder Galápagosfinken, die zwar bekannter, aber weniger farbenfroh sind. Doch während alle 14 Arten der Darwinfinken auch heute noch auf den Galápagos-Inseln beobachtet werden können, gilt ein großer Teil der ehemals über 30 Kleidervogelarten heute als ausgestorben oder als vom Aussterben bedroht. Ein trauriges Schicksal für die bekannteste Vogelgruppe Hawai'is, deren Federn einst für die Herstellung prachtvoller Mäntel für die Könige und Häuptlinge der Inselgruppe verwendet wurden, und ein ökologisches Lehrstück über die Zerbrechlichkeit der Natur.

 

Dienstag, 25. Juni 2019, 19.30 Uhr, Ort wird noch bekannt gegeben

Auf sechs Beinen durch die Erdgeschichte - Anekdotisches zur Stammesgeschichte der Insekten
Dr. Christoph Schindler, Haßfurt

Die Klasse der Insekten ist stammesgeschichtlich sehr alt; durch eine extrem hohe Artenzahl & -vielfalt beweist sie auch heutzutage weltweit ihren evolutionären Erfolg in den unterschiedlichsten Lebensgemeinschaften. Einige Baupläne sind so stabil, dass sie schon von Kreationisten als „Beleg“ für die Konstanz der Arten angeführt wurden. Anhand verschiedener Fundstellen werden die wichtigsten Ordnungen vorgestellt & mit rezenten Formen verglichen. Schwerpunkt der Darstellung sind die Käfer. Material aus Solnhofen, der Santana-Formation, Cereste, dem Randecker Maar, Green River, baltischem & dominikanischem Bernstein sowie dem madagassischen Kopal vermittelt oft erstaunlich präzise Einblicke in
versunkene Lebensräume.

 

Dienstag, 16. Juli 2019 19.30 Uhr, Ort wird noch bekannt gegeben

Fisch mit Biss: Konvergente Evolution von Pycnodontiformes und modernen Piranhas
PD Dr. Martina Kölbl-Ebert (SNSB: Jura-Museum Eichstätt)

Manchmal schaut man ins Mikroskop und ist erst einmal sprachlos: Der Neufund eines scheinbar gewöhnlichen, pycnodontiformen Korallenfisches aus der Jurazeit zeigte Zähne, die bei dieser Gruppe überhaupt nichts zu suchen hatten. Im Mesozoikum stellten die Pycnodontiformes die Korallenfische, bevor sie im Tertiär von den heutigen Teleostei-Korallenfischen abgelöst wurden. Das ist die klassische Geschichte der konvergenten Evolution von Pycnodontiformes und modernen Korallenfischen: nahezu identische Körperformen in einem ähnlichen Lebensraum bei völlig verschiedener innerer Anatomie. Aber es sollte noch interessanter kommen…

 

Samstag, 14. September 2019, 10.00 Uhr

Selbstfahrer-Exkursion zum Steinbruch Marching: Steinbruchführung und Betriebsbesichtigung

10.00 Uhr; Treffpunkt beim Betriebsgelände des Steinbruchs; Dauer voraussichtlich etwa 2 Stunden.
Der Steinbruch von Marching liegt in der Nähe von Neustadt an der Donau in einem jurazeitlichen Riffgürtel, der bei Marching vor allem aus Rasenkorallen-Riffkalk besteht. Die weißgrauen Massenkalke sind ausgesprochen fossilreich mit Resten von Meeresschwämmen, Korallen, Stachelhäutern und Mollusken. Vom geologischen Alter her entsprechen diese Riffkalke in etwa den Solnhofener Plattenkalken.
Der Riffkalk, der zum sogenannten Kelheimer Kalk (Auerkalk) zählt, wird in Marching und anderen Steinbrüchen im Kelheimer Raum in Blöcken abgebaut und je nach vorgesehenem Verwendungszweck weiterverarbeitet. Die Möglichkeit, große Rohblöcke zu gewinnen und seine leichte Bearbeitbarkeit machten ihn schon in der Vergangenheit zu einem begehrten Baustein. Beispiele für die bauliche Verwendung des Kelheimer Riffkalks sind die Walhalla, die Befreiungshalle in Kelheim, das Siegestor und die Feldherrnhalle in München, die Porta Prätoria in Regensburg, Teile des Stephansdoms in Wien sowie viele andere Bauwerke.

!!! Anmeldung erforderlich bis spätestens 10. August 2019 unter
Tel.:  08421-602980
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Unkostenbeitrag vor Ort etwa 3.- bis 4.- €.

 

Mittwoch, 25. September 2019, 19.30 Uhr, Ort wird noch bekannt gegeben

Die Welt im Rhynie Chert – wie Pflanzen, Tiere und Mikroben vor 400 Millionen Jahren miteinander lebten
Prof. Dr. Michael Krings, Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, München

Der Rhynie Chert (ein Hornstein) aus dem Unterdevon der Gegend um die Ortschaft Rhynie in Aberdeenshire (Schottland), stellt für die Erforschung des Lebens der geologischen Vergangenheit einen Glücksfall dar. Der Rhynie Chert ist ein silikatreiches Gestein, in welchem Teile eines von hydrothermalen Quellen geschaffenen festländischen Ökosystems komplett erhalten sind, und das deshalb eine Fülle einzigartiger Fossilien von Landpflanzen, Tieren, Pilzen, Algen und Bakterien enthält. Diese Fossilien zeigen nicht nur erstaunliche Details, sondern belegen auch viele Wechselbeziehungen zwischen unterschiedlichen Organismen. Der Vortrag gibt einen Einblick in die faszinierende Welt der Rhynie-Chert-Fossilien und erläutert an Beispielen die Bedeutung dieser Lagerstätte für unser Verständnis des frühen Lebens auf den Festländern.

 

Mittwoch 23. Oktober 2019, 19.30 Uhr, Ort wird noch bekannt gegeben

Von der Relevanz der Naturwissenschaft für den Gottesglauben
Prof. Dr. Christoph Böttigheimer, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

Mit dem Aufkommen der modernen Naturwissenschaft geriet der Gottesglaube zunehmend in die Defensive. Spannungen waren an der Tagesordnung, war doch die Kirche lange Zeit bemüht, naturwissenschaftliche Erkenntnisse zugunsten des Glaubens zu negieren. Stellt die Naturwissenschaft eine Bedrohung des christlichen Glaubens dar? Kann nur glauben, wer vor den naturwissenschaftlichen Forschungsergebnissen die Augen verschließt? In der Vergangenheit wurde dies nicht selten bejaht und noch heute scheinen manche davon überzeugt zu sein. Der Vortrag geht indes vom Gegenteil aus und wird aufzeigen, dass die Naturwissenschaft für den religiösen Glauben einen wichtigen Dienst geleistet hat und für die heutige Theologie ein wertvoller Gesprächspartner ist.

 

Donnerstag, 14. November 2019, Ort wird noch bekannt gegeben

Von dem einen oder anderen Drachen
Prof. Dr. Eberhard „Dino“ Frey, Museum für Naturkunde, Karlsruhe

Drachen sind alte Wesen. Sie sind schwer zu beobachten, doch hinterlassen manche von ihnen geheime Spuren, die von der Wissenschaft oft falsch interpretiert werden. Obwohl Drachen wegen ihrer unglaublichen Vielgestaltigkeit systematisch kaum zu fassen sind, wird in dem Vortrag eine kleine Naturgeschichte dieser verblüffenden Wesen versucht, um die gröbsten Fehler der Wissenschaft, speziell der Paläontologie, ins rechte Licht zu rücken. Zudem wird bewiesen: einige Drachen leben unter uns!