Sammlung

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Das Jura-Museum kuratiert die naturkundliche Sammlung des Bischöflichen Seminars St. Willibald in Eichstätt. Die Sammlung umfasst zum größten Teil Fossilien, darunter vor allem Fossilien der sogenannten Solnhofener Plattenkalke, die in den Steinbrüchen der Region zwischen Langenaltheim und Kelheim gefunden werden. Hinzu kommen Herbarien, zoologische und entomologische Präparate, Minerale und Gestein sowie historisches Lehrmaterial aus dem Bereich der Naturkunde.

Das Jura-Museum erweitert die Sammlungen aktiv durch gelegentliche Ankäufe und vor allem durch Forschungsgrabung wie Schamhaupten (1988-1998) und Ettling (seit 2007).

Die Sammlungen stehen nach Anmeldung zu Forschungszwecken zur Verfügung. Sammlungsobjekte werden in der Regel auch für Ausstellungen verliehen.

Bitte richten Sie entsprechende Anfragen an das Jura-Museum: sekretariat@jura-museum.de

Geschichte der Sammlung

Die naturkundliche Sammlung des Bischöflichen Seminars Eichstätt besitzt eine lange Tradition. 1773 stellte der Jesuit und Mathematikprofessor Ignatz Pickl seine Sammlung von Mineralien und Fossilien dem Eichstätter Priesterseminar zur Verfügung. Mitte des 19. Jahrhunderts kamen naturkundliche Sammlungen einer Ingolstädter Gewerbeschule dazu, sowie Mineralien und Vogelpräparate aus der Leuchtenberg-Sammlung. Später wurde die Sammlung je nach Interessenlage der Sammlungskuratoren erweitert. Sie umfasst auch ein wertvolles Herbarium, eine schöne Sammlung von Muscheln und Schnecken und exotische Schmetterlinge und Käfer sowie zahlreiche Fossilien vor allem aus den Plattenkalken rings um Eichstätt.

Alles Sammlungsmaterial war als Lehrsammlung für die Theologenausbildung in Eichstätt in Gebrauch und große Teile in einer Schausammlung im Seminargebäude den Studenten zugänglich. Motiv war die Verbindung des „naturwissenschaftlich-technischen Denkens mit der Ehrfurcht vor dem Schöpfer und der Solidarität mit der Schöpfung“.

Nach einer Neugestaltung des Studienplans für das Theologiestudium in Eichstätt 1968 suchte das Seminar nach einer neuen Nutzung seiner Lehr- und Forschungssammlung. 1972 wurde ein Kooperationsvertrag zwischen dem Seminar und dem Freistaat Bayern unterzeichnet mit dem Ziel der Einrichtung eines öffentlichen Museums. Das Jura-Museum wurde 1976 als staatlich verwaltetes Museum in Trägerschaft des Eichstätter Priesterseminars eröffnet und erfüllt seither einen ausdrücklichen Bildungsauftrag.

Die naturkundliche Sammlung des Bischöflichen Seminars ist ein bedeutender Brennpunkt moderner paläontologischer Forschung. Vor allem die Fossilien der Plattenkalke sind Gegenstand zahlreicher paläontologischer und evolutionsbiologischer Forschungsprojekte. Internationale Spezialisten und Expertinnen arbeiten daher regelmäßig in der Sammlung.