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Vorhang auf für unser neues Aquarium!

Große Erfolge muss man feiern. Mit einem Festakt haben wir gestern unser neues großes Riffaquarium eingeweiht.

In seinem Grußwort dankte Ministerialrat Florian Albert im Namen des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst für die gute Zusammenarbeit zwischen den neuen Trägern des Jura-Museums und bezeichnete die Einweihung des Aquariums als weiteren wichtigen Meilenstein seit der Wiedereröffnung im Januar 2020. Generalsekretärin Dr. Elisabeth Schepers von den Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns betonte die große Bedeutung des Jura-Museums für Forschung und Wissenstransfer in der Region. Unsere Museumsleiterin PD Dr. Christina Ifrim ließ anschließend die zweijährige, zum Teil nervenaufreibende Reise hin zum neuen Aquarium Revue passieren, bevor sie mit Elisabeth Schepers unser Eichstätter Riff feierlich enthüllte.

Eine große Herausforderung wurde nun erfolgreich gemeistert. Das wurde im Anschluss ausgiebig gefeiert, eine Bar im Museum inklusive!

Upcycling von Museumsbannern und Fahnen

Wir verleihen alten Museumsfahnen und Sonderausstellungsbannern ein zweites Leben: Aus den bunt bedruckten Materialien lassen sich wunderbare Einkaufs- und Schwimmtaschen oder Sportbeutel herstellen!

Termin: Samstag, 23.4., 9.30 Uhr-12.30 Uhr

Teilnehmerbeitrag 13 €, Material (Fahnen, Banner) inklusive; Mindestteilnehmerzahl 6 Personen

Bitte unbedingt eigene Nähmaschine mitbringen, ebenso Garn, Maßband, Schneiderkreide, Nadeln, Schere und Gurtband oder Nylonband für Griffe oder Henkel.

Bitte bis spätestens 21.4. unter Angabe der Kontaktdaten anmelden unter sekretariat@jura-museum.de

Treffpunkt ist um 9.25 Uhr am Parkplatz der Berufsschule (Burgstr. 22), dann gemeinsame Fahrt ins Museum

Referentin: Sonja Hornung

Führungen am Internationalen Museumstag

Wir sind dabei! Am Sonntag, 15. Mai, findet der Internationale Museumstag statt. Wir freuen uns sehr, unseren Gästen dieses Jahr wieder ein buntes Führungsprogramm bieten zu können.

Unser Programm:

9.30 Uhr             Dinofieber                                              

10.30 Uhr           Saurier für Groß und Klein                   

11.00 Uhr           Bunte Unterwasserwelt                        

12.00 Uhr           Alles was fliegen kann!                         

12.30 Uhr           Fische, Fische, Fische                            

13.30 Uhr           Steinbrüche, Lithographie, Fossilien    

14.00 Uhr           Alles was fliegen kann!                          

15.00 Uhr           Saurier für Groß und Klein                    

15.30 Uhr           Bunte Unterwasserwelt                         

16.30 Uhr           Fische, Fische, Fische       

Die Führungen sind für Gäste mit gültiger Eintrittskarte kostenlos. Treffpunkt ist jeweils am Museumseingang. Pro Führung können maximal 15 Personen teilnehmen, eine Voranmeldung ist nicht möglich.

Wir danken der Katholischen Erwachsenenbildung Eichstätt herzlich für die finanzielle Förderung unseres Führungsprogramms!

Kostenlose Museumsführungen an Pfingsten

An Pfingsten finden jeweils am Samstag, Sonntag und Montag kostenlose Museumsführungen für Gäste mit gültiger Eintrittskarte statt.

Termine:

4., 5. und 6.6.22 jeweils um 13.30 und 14.30 Uhr

An den Führungen können maximal 15 Personen teilnehmen, eine Voranmeldung ist nicht möglich. Treffpunkt ist jeweils am Museumseingang.

Wir danken der Katholischen Erwachsenenbildung Eichstätt für die finanzielle Förderung unseres Führungsprogramms!

Neues zu Riesenammoniten der Kreidezeit

Bis zu 1,74 Meter misst Parapuzosia seppenradensis, der größte Ammonit der Welt im Durchmesser. Weltweit gibt es nur wenige Fossilfunde dieser bereits ausgestorbenen Kopffüßer-Art aus der späten Kreidezeit (100-66 Millionen Jahre). Paläontologin und Leiterin des Jura-Museums Eichstätt, Christina Ifrim, hat mit einem Forscher-Team der Universität Heidelberg, der Universität Portsmouth und mexikanischen Kollegen aus dem Museo del Desierto, Saltillo, Coahuila in einer neuen Studie 154 Exemplare der Riesenammoniten-Gattung Parapuzosia aus Europa und Mexiko untersucht und verglichen, um mehr über deren Verbreitung und Entwicklung herauszufinden. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen veröffentlichten die Wissenschaftler:innen nun in der Fachzeitschrift PLOS ONE.

Ammoniten sind eine ausgestorbene Gruppe der Kopffüßer (Cephalopoda) und mit den heutigen Tintenfischen verwandt. Riesenformen dieser Tiere, wie auch Parapuzosia seppenradensis, bewohnten die Meere vor allem in der Kreidezeit (142-65 Mio. Jahre). Am Ende der Kreide (vor 66 Mio Jahren) starben die Ammoniten gemeinsam mit den Dinosauriern aus. Das erste Exemplar des Riesenammoniten Parapuzosia seppenradensis wurde im Jahr 1895 bei Seppenrade in Westfalen entdeckt. Er ist mit einem Durchmesser von 1,74 Metern weltweit der größte Ammonit, der bisher gefunden wurde – immer noch.

Fossilien-Funde von Parapuzosia seppenradensis waren bisher äußerst selten, daher ist über ihre Entwicklungsgeschichte bisher wenig bekannt. Paläontolog:innen der Universität Heidelberg haben nun historische Fossilien sowie 102 Neufunde der Art aus England und Mexiko im Rahmen einer umfassenden Vergleichsstudie untersucht. Das Wissenschaftler-Team um PD Dr. Christina Ifrim, inzwischen Leitern des Jura-Museums Eichstätt, verglich insgesamt 154 Parapuzosia-Exemplare, die vor 85-80 Millionen Jahren den Atlantischen Ozean der Oberen Kreidezeit bewohnten. 110 davon wurden in Mexiko und England direkt im Gelände gefunden – ein Glücksfall, denn so konnte die zeitliche Abfolge nun rekonstruiert werden. Die Forscher analysierten und korrelierten dabei die exakten Gehäuse-Maße der Fossilien, ihre Wachstumsstadien und die geografische Verteilung ihrer Vorkommen über die Zeit.

Die Analysen zeigen, dass bereits die frühesten Formen von Parapuzosia seppenradensis vor 83 Millionen Jahren auf beiden Seiten des Atlantiks – in Europa und Mittelamerika – lebten. Ihre Vorfahren (Parapuzosia leptophylla) hingegen waren zunächst nur auf der europäischen Seite und erst später auch im Golf von Mexiko heimisch. Die Paläontolog:innen konnten im Laufe der Evolution von P. seppenradensis auch eine deutliche Größenzunahme des Gehäuses von einem bis zu 1,8 Metern feststellen. Kopffüßer wurden zu dieser Zeit alle größer, aber keiner so groß wie Parapuzosia. Die Forscher:innen sehen hier einen möglichen Zusammenhang mit der zeitgleichen Größenzunahme bei Mosasauriern, die an der Spitze der Nahrungskette in den kreidezeitlichen Meeren standen. Überrascht hat die Paläontolog:innen die Verteilung der Fossilien innerhalb ihrer Fundstellen: Oft fanden sich Gehäuse von ausschließlich erwachsenen Tieren konzentriert in sehr eng begrenzten Bereichen. Nahe gelegene Areale desselben Fundgebiets dagegen brachten oft keine Reste von P. seppenradensis zu Tage. „Dies könnte ein Hinweis auf eine sogenannte monozyklische Fortpflanzungsstrategie sein. Dabei pflanzt sich ein Organismus nur ein einziges Mal in seinem Leben sexuell fort, bevor er stirbt“, interpretiert Christina Ifrim, Erstautorin der Studie ihre Beobachtung.

Publikation:
Ifrim C, Stinnesbeck W, González González AH, Schorndorf N, Gale AS (2021) Ontogeny, evolution and palaeogeographic distribution of the world’s largest ammonite Parapuzosia (P.) seppenradensis (Landois, 1895). PLOS ONE 16(11): e0258510.
https://doi.org/10.1371/journal.pone.0258510