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Auf Dino-Safari in Patagonien: Neue Erkenntnisse zur Dinosaurierfauna aus dem oberen Jura Argentiniens

Vortrag von Oliver Rauhut, Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, München

Unser Verständnis der Evolution der Dinosaurier zur Zeit des oberen Jura beruht immer noch überwiegend auf dem Fossilbericht der nördlichen Halbkugel. Der einzige oberjurassische Fundkomplex aus den Kontinenten des ehemaligen Gondwanalandes, der eine umfangreiche Fauna geliefert hat, ist die Tendaguru-Formation in Tanzania, aber Aufgrund des Fehlens vergleichbarer Faunen ist es bisher unmöglich, zu sagen, inwieweit die Fauna dieser Formation eine “typische” gondwanische Fauna dieser Zeit darstellt. In den letzten Jahren führten Teams von der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie in München zusammen mit dem Museo Paleontológico Egidio Feruglio in Trelew, Argentinien, umfangreiche Such- und Grabungskampagnen in der oberjurassischen Cañadón Calcáreo-Formation in der argentinischen Provinz Chubut durch. Sie haben wichtige neue Erkenntnisse zur Dinosaurierfauna Gondwana zu jener Zeit erbracht.

Der Vortrag findet im Rahmen der gemeinsamen Vortragsreihe des Freundeskreises Jura-Museum e.V. und dem Dinosauriermuseum Altmühltal in Denkendorf statt.

Termin und Ort: Mittwoch, 24. April 2024, 19.00 Uhr, Uni Eichstätt, Hörsaal KGA-101. Der Eintritt ist frei.

Verzwergte Riesen-Dinosaurier statt Plattenkalk: Die späte Jura-Zeit in Norddeutschland

Vortrag von Oliver Wings, Museumsleiter Naturkundemuseum Bamberg

Im Rahmen des „Europasaurus-Projektes“ hat Dr. Wings im letzten Jahrzehnt eine einzigartige niedersächsische Saurierfundstelle erforscht, die exakt genauso alt wie die Plattenkalke von Wattendorf ist (154 Millionen Jahre). Sein Vortrag beleuchtet die spannendsten Funde und Forschungsergebnisse, zu denen Knochen und Zähne mehrerer Dinosauriergruppen, Flugsaurier, landlebende Krokodile und die ersten jurassischen Säugetierfunde aus Deutschland überhaupt zählen. Unter anderem mit Hilfe von Zeitraffer-Aufnahmen und Videos gibt Dr. Wings sowohl Einblicke in die paläontologischen Ausgrabungen als auch seinen unkonventionellen Ansatz des Wissenstransfers mit der Graphic Novel „EUROPASAURUS – Urzeitinseln voller Leben“.

Der Vortrag findet statt im Rahmen der gemeinsamen Vortragsreihe des Freundeskreises des Jura-Museums Eichstätt e.V. und des Dinosauriermuseums Altmühltal in Denkendorf.

Termin und Ort: Dienstag, 14. November 2023, 19.00 Uhr, Hörsaal KGA-101, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Ostenstraße 26 in Eichstätt. Der Eintritt ist frei.

Die Biologie der Bibel

Vortrag von Gerhard Haszprunar, Professor für Systematische Zoologie, Ludwig-Maximilians-Universität München

Das „Buch der Bücher“ ist nicht als naturwissenschaftliches Lehrbuch, sondern stets als Glaubenszeugnis verfasst worden. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Naturwissenschaften bei der Bibelauslegung ganz unberücksichtigt bleiben können. Im Gegenteil: Je mehr naturwissenschaftliche Erkenntnisse in die Interpretation der Texte einbezogen werden, desto besser kann eine zeitgemäße und im besten Wortsinn glaubwürdige Glaubensvermittlung gelingen.

Der Vortrag findet statt im Rahmen der gemeinsamen Vortragsreihe des Freundeskreises des Jura-Museums Eichstätt e.V. und des Dinosauriermuseums Altmühltal in Denkendorf.

Termin und Ort: Montag, 25. September 2023, 19.00 Uhr, Hörsaal KGA-101, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Ostenstraße 26 in Eichstätt. Der Eintritt ist frei.

Cocaland ohne Hafen – eine ungewöhnliche Forschungsreise nach Bolivien

Vortrag von Eberhard „Dino“ Frey, emeritierter Professor, Naturkundemuseum und Universität Karlsruhe

Anlass für unsere Forschungsreise war das Foto eines fossilen menschlichen Schädels mit riesigen Überaugenwülsten und einer flachen Stirn  –  ein Neandertaler in Bolivien? Dazu kam die Nachricht von vier weiteren frühen Menschenfunden, nahezu ohne verwertbare Daten. Ein Abenteuer war bereits unser Flug nach Cochabamba, einer Stadt, von der wir vorher nie gehört hatten, ebenso wie die Reise nach Tarija – beides Fundstellen fossiler Menschen. Dank einer deutschen Archäologin lief alles reibungslos. Wieder einmal erlebten wir eine Forschungsreise der besonderen Art in einem Land vor dem Umsturz von 2019: Bolivien.

Der Vortrag findet statt im Rahmen der gemeinsamen Vortragsreihe des Freundeskreises des Jura-Museums Eichstätt e.V. und des Dinosauriermuseums Altmühltal in Denkendorf.

Termin und Ort: Dienstag, 18. Juli 2023, 19.00 Uhr, Hörsaal KGA-101, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Ostenstraße 26 in Eichstätt. Der Eintritt ist frei.

Nautiliden in der Jura-Zeit – neue Erkenntnisse zu einer vernachlässigten Fossilgruppe

Vortrag von Günter Schweigert, Kurator am Naturkundemuseum Stuttgart

Nautiliden (Perlboote) kommen heute noch mit etwa 5 Arten als „lebende Fossilien“ vor, sind aber akut vom Aussterben bedroht. Im Unterschied zu den Ammoniten haben sie das Massenaussterbeereignis am Ende der Kreidezeit, vor 65 Millionen Jahren, überlebt. Doch schon am Ende der Trias-Zeit, vor 200 Millionen Jahren, soll es eine schwere Krise gegeben haben, bei der nur eine einzige Nautiliden-Gattung überlebt hat, aus der sich dann alle späteren Nautiliden entwickelten. An dieser Auffassung wurde bislang kaum gerüttelt. Günter Schweigert befasst sich mit den Nautiliden der Jurazeit und gibt eine Übersicht über die vielen Formen, die sich in den Meeresablagerungen der Jurazeit vorfinden und versucht, deren Stammesgeschichte näher zu beleuchten.

Der Vortrag findet statt im Rahmen der gemeinsamen Vortragsreihe des Freundeskreises des Jura-Museums Eichstätt e.V. und des Dinosauriermuseums Altmühltal in Denkendorf.

Termin und Ort: Dienstag, 07. März 2023, 19.00 Uhr, Hörsaal KGA-101, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Ostenstraße 26 in Eichstätt. Der Eintritt ist frei.

Vortrag: Die Welt im Rhynie Chert – wie Pflanzen, Tiere und Mikroben vor 400 Millionen Jahren miteinander lebten

Prof. Dr. Michael Krings, Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, München

Der Rhynie Chert (ein Hornstein) aus dem Unterdevon der Gegend um die Ortschaft Rhynie in Aberdeenshire (Schottland) stellt für die Erforschung des Lebens der geologischen Vergangenheit einen Glücksfall dar. Der Rhynie Chert ist ein silikatreiches Gestein, in welchem Teile eines von hydrothermalen Quellen geschaffenen festländischen Ökosystems komplett erhalten sind, und das deshalb eine Fülle einzigartiger Fossilien von Landpflanzen, Tieren, Pilzen, Algen und Bakterien enthält. Diese Fossilien zeigen nicht nur erstaunliche Details, sondern belegen auch viele Wechselbeziehungen zwischen unterschiedlichen Organismen. Der Vortrag gibt einen Einblick in die faszinierende Welt der Rhynie-Chert-Fossilien und erläutert an Beispielen die Bedeutung dieser Lagerstätte für unser Verständnis des frühen Lebens auf den Festländern.

Termin: Dienstag, 27. September, 19 Uhr

Ort: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Ostenstr. 26 in Eichstätt, Raum KGA 101

Der Eintritt ist frei.

Prof. Dr. Michael Krings

Vortrag: Naturkundemuseen in Zeiten von Artensterben, Migration und Klimawandel

Prof. Dr. Norbert Lenz, Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe

Im Vortrag wird ein thematisch weiter Bogen gespannt, von den Aufgaben und Themen der Naturkundemuseen, ihrer Rolle als Kompetenz- und Dialogzentren in der Gesellschaft, ihrer Position und Gewichtung im Vergleich zu anderen Museen bis hin zu den Herausforderungen, welche das Artensterben bzw. die Biodiversitätskrise, Migration und Flucht sowie der Klimawandel darstellen.

Termin: Dienstag, 11. Oktober 2022, 19.00 Uhr

Ort: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Ostenstr. 26 in Eichstätt, Raum KGA 101

Der Eintritt ist frei.

Prof. Dr. Norbert Lenz